Klimaanlagen ohne Außeneinheit: Modelle, Funktionsweise und Einsatzbereiche

Klimaanlagen ohne Außeneinheit bieten eine Alternative für Gebäude, bei denen eine Außenmontage nicht möglich oder erlaubt ist. Dieser Artikel gibt einen Überblick über gängige Modelle in Deutschland, erklärt die Funktionsweise und zeigt, worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Klimaanlagen ohne Außeneinheit: Modelle, Funktionsweise und Einsatzbereiche

Klimaanlagen ohne Außeneinheit bieten eine Alternative für Wohnungen und Gebäude, in denen die Montage einer sichtbaren Außeneinheit nicht möglich oder unerwünscht ist. Dazu zählen etwa Häuser mit Denkmalschutz, streng geregelte Fassaden oder Mietobjekte. Die Bandbreite reicht von mobilen Monoblock-Geräten mit Abluftschlauch bis zu fest installierten Wandgeräten mit zwei unauffälligen Außenlüftungsöffnungen. Entscheidend ist, dass alle Komponenten im Innenraum sitzen und die Abwärme über Luftkanäle nach außen geführt wird. So lassen sich einzelne Räume kühlen, ohne ein Split-System zu installieren.

Was sind Klimaanlagen ohne Außeneinheit?

Unter diesem Begriff fallen vor allem zwei Gruppen: mobile Monoblock-Klimageräte und fest verbaute Monoblock-Wandgeräte. Beide integrieren Verdampfer, Kondensator, Kompressor und Expansionsorgan in einem Gehäuse. Mobile Varianten werden per Steckdose betrieben, nutzen einen Abluftschlauch und benötigen keine dauerhafte Montage. Wandgeräte ohne Außeneinheit werden innen an der Außenwand montiert; zwei Kernbohrungen (typisch 160–202 mm) führen die Prozessluft nach draußen. Damit bleibt die Fassade weitgehend unauffällig, da keine Außeneinheit installiert wird.

So funktionieren Monoblock-Klimageräte

Physikalisch arbeiten diese Systeme wie herkömmliche Kompressionskälteanlagen: Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Wärme aus der Raumluft auf, der Kompressor erhöht den Druck, und im Kondensator wird die Wärme an die Außenluft abgegeben. Mobile Geräte führen heiße Abluft über den Schlauch ab; dabei kann Unterdruck entstehen, wodurch warme Nebenluft nachströmt. Fest installierte Wandgeräte nutzen getrennte Luftkanäle (Zuluft und Abluft) und arbeiten dadurch meist effizienter. Kondensat wird entweder gesammelt und manuell entleert oder per Verdunstung mit der Abluft abgeführt. Moderne Wandmonoblöcke setzen häufig auf Invertertechnik, um Leistung und Geräusch zu regulieren.

Vorteile und Einschränkungen dieser Systeme

Vorteile: kein außenliegendes Aggregat, oft keine aufwendige Genehmigung, schnelle Nachrüstung, in vielen Fällen geringere Investitionskosten als Split-Systeme, bei mobilen Geräten hohe Flexibilität. Einschränkungen: im Vergleich häufig niedrigere Energieeffizienz, hörbareres Betriebsgeräusch im Raum, begrenzte Kühlleistung (typisch 2,0–3,5 kW), sowie bei mobilen Einheiten Effizienzverluste durch Unterdruck. Wandgeräte erfordern Kernbohrungen und einen geeigneten Montageort. In puncto Stromverbrauch liegen mobile Geräte häufig bei einigen hundert Watt bis rund 1 kW unter Volllast; Wandmonoblöcke mit Inverter regulieren sparsamer, bleiben aber hinter guten Split-Anlagen zurück. Geräuschangaben bewegen sich, je nach Gerät und Stufe, grob zwischen etwa 33 und 65 dB(A).

Typische Einsatzbereiche in Deutschland

Geeignet sind solche Anlagen für einzelne Zimmer in Mietwohnungen, Apartments oder Home-Office-Räume, in denen bauliche Veränderungen begrenzt sind. Auch Dachgeschossräume, Ferienwohnungen, kleine Ladenflächen oder Praxisräume profitieren, wenn Fassadenoptik oder Auflagen keine Außengeräte zulassen. In Mehrfamilienhäusern können Eigentümergemeinschafts-Regeln und Denkmalschutzauflagen eine Rolle spielen. Installationsarbeiten für Wandgeräte sollten von lokalen Fachbetrieben übernommen werden, die Wandaufbau, Schallschutz und Leitungsführung kennen. Für mobile Geräte ist ein gut abgedichteter Fenstereinsatz wichtig, um Warmluftrückfluss zu minimieren.

Vergleich technischer Merkmale und Bauarten

Mobile Monoblocks sind sofort einsatzbereit und flexibel, benötigen aber einen Abluftweg und dichten Abschluss am Fenster. Ihre Effizienzkennwerte (EER, teils SEER bei neueren Angaben) fallen meist niedriger aus als bei Split-Geräten; dafür sind Anschaffungskosten moderat. Wandmonoblöcke ohne Außeneinheit bieten eine dauerhafte Lösung mit zwei Wanddurchbrüchen, oft mit Inverter und optionaler Heizfunktion im Wärmepumpenmodus. Sie erreichen im Regelfall höhere Effizienz und geringere Betriebslautstärke im Raum als mobile Geräte. Bei der Auswahl helfen Kühlleistung in kW, Effizienzlabel, Geräuschpegel innen/außen, Kondensatmanagement und verfügbare Betriebsmodi (Kühlen, Entfeuchten, Heizen, Ventilieren). Wichtige bauliche Faktoren sind die Außenwandstärke und die Positionierung, um kurze, gerade Luftwege zu ermöglichen.

Produkte und Preise im Überblick

Preise variieren je nach Leistung, Effizienz, Ausstattung und Montageaufwand. Die folgenden Spannbreiten sind typische Marktwerte in Deutschland und dienen als Orientierung. Installationskosten für Wandgeräte hängen von Wandaufbau, Zugang und regionalen Handwerkstarifen ab.


Produkt/Service Name Anbieter Wichtige Merkmale Kostenschätzung
Pinguino PAC N90 ECO Silent De Longhi Mobiles Monoblock-Gerät, Abluftschlauch, ca. 2,5 kW ca. 400–600 EUR
PAC 3000 X A+ Trotec Mobil, Effizienzklasse A+, bis ca. 2,9 kW ca. 350–550 EUR
MPPH-09CRN7 Comfee (Midea) Mobil, kompakt, ca. 2,6 kW ca. 250–350 EUR
Unico Air Inverter 12 Olimpia Splendid Wandmonoblock, Inverter, zwei Luftkanäle ca. 1.500–2.200 EUR zzgl. Montage (ca. 300–800 EUR)
2.0 12 HP Innova Wandmonoblock, Inverter, Kühl- und Heizbetrieb ca. 1.800–2.500 EUR zzgl. Montage (ca. 300–800 EUR)
KWT 200 DC REMKO Wandmonoblock, kompakte Bauform ca. 1.700–2.400 EUR zzgl. Montage (ca. 300–800 EUR)

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Fazit

Klimaanlagen ohne Außeneinheit schließen eine wichtige Lücke zwischen Ventilatoren und klassischen Split-Systemen. Mobile Geräte punkten mit sofortiger Verfügbarkeit und geringem Montageaufwand, sind aber lauter und weniger effizient. Fest installierte Monoblock-Wandgeräte liefern einen guten Kompromiss aus unauffälliger Außenwirkung, höherer Effizienz und stabiler Leistung, erfordern jedoch Kernbohrungen und fachgerechte Montage. Wer Räume in Deutschland gezielt temperieren möchte, sollte Kühlleistung, Effizienzwerte, Geräusch, Einbausituation sowie Gesamtkosten inklusive möglicher Montage durch lokale Services in die Entscheidung einbeziehen.